Sonntag, 4. Dezember 2011

4. Dezember - Kissen mit Samtpaspel


Eine einfache, praktische und gemütliche Dekoration für das Wohn- oder Schlafzimmer sind Kissen. Kissenbezüge sind schnell genäht, je nach verwendetem Stoff nicht gar zu teuer und sie können einem Raum in kürzester Zeit einen anderen Charakter verleihen. Bei mir wechseln die Kissen mit den Jahreszeiten und für diesen Winter habe ich mir für ein paar neue Kissen winterliche Stoffe in gedämpften Waldfarben ausgesucht.


Für ein großes Kissen habe ich mir zwei Motive mit Waldvögelchen aus einem Panel ausgesucht und diese mit zwei anderen Stoffen zur Kissenplatte kombiniert. Ich habe den Stoff recht großzügig zugeschnitten, an allen Seiten ca. 3cm Nahtzugabe. Die genähte Kissenplatte habe ich mit einem etwas dickeren Volumenvlies und einem ebenfalls sehr großzügig zugeschnittenen Stück Stoff zum Sandwich zusammengesteckt. Dieser zweite Stoff verschwindet später im Inneren des Kissens, dafür muss man also keinen teuren Patchworkstoff verwenden, er sollte lediglich vorgewaschen, nicht zu dunkel und möglichst auch aus Baumwolle sein. Bei mir leistet ein aussortierter Bettbezug hierfür gute Dienste.

Jetzt werden die drei Lagen gequiltet, ich habe das mit aufgenähten Samtbändern getan.
Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, Bänder oder Borten vor dem Nähen auf dem Stoff zu fixieren - feststecken, festheften oder mit einem Haftstreifen. Ich habe einiges ausprobiert und  festgestellt, dass es bei mir am besten "freihändig" klappt. Ich schneide das Band großzügig in der Länge zu, stecke es nur am Anfang der Naht mit einer Nadel auf dem Stoff fest, fixiere kurz mit der Nähmaschine und nähe dann langsam Stück für Stück weiter. Mit der linken Hand halte ich den Stoff, mit der rechten bringe ich das Band in Position. Ich kann es locker halten, strammer ziehen, je nachdem, ob ich merke , das es  wellt oder kräuselt. Besonders bei Samtband, dass man auf beiden Seiten recht knapp auf dem Webstreifen feststeppt, ist es gut, wenn man keine störenden Nadeln hat. Hier habe ich das Band direkt über die Nähte gelegt, da kann nichts krumm werden. Ansonsten zeichne ich mir die Anstoßlinie mit Kreide auf den Stoff. Ich nähe die Bänder durch alle drei Lagen fest, so wirkt das Ganze etwas plastischer.




Als nächstes wird die Rückseite mit dem Verschluss vorbereitet. Ich möchte einen Knopfverschluss und schneide ein Stück Soff in der Breite der Kissenplatte plus 3cm Nahtzugabe und in der Höhe plus 6cm Nahtzugabe zu. Der Stoff wird quer geteilt,


 die Schnittkanten versäubert und beide Teile je 3cm breit nach links umgeschlagen, gebügelt und geheftet oder gesteckt. In den Saum des oberen Stoffteiles arbeiten wir, gleichmäßig verteilt, die Knopflöcher ein. Dann legen wir den Saum des oberen Stoffteiles über den des unteren Teiles, markieren auf beiden Seiten eine Breite von 8cm und steppen beide Teile aufeinander.



 

 Nun können Vorder- und Rückteil miteinander verbunden werden. Ich möchte die Außenkanten meines Kissens mit einer Paspel einfassen. Wie ein schöner Rahmen jedes Bild vervollständigt, so kann eine Paspel, eine Rüsche, ein Stehsaum, ein Kissen rahmen und veredeln.

Fertige Paspelbänder gibt es in unterschiedlichen Materialien nähbereit vom Meter zu kaufen. Mein Kissen wird recht groß, dazu passt eine üppige Samtpaspel, die ich mir einfach selbst anfertige. Aus einem Stück dickem Baumwollsamt schneide ich 5cm breite Streifen und nähe sie schräg aneinander.


Die Nahtzugaben werden zurückgeschnitten und auseinandergebügelt. Das fertige Band sollte die Länge des Kissenumfanges plus 10cm betragen.
 

Ich lege eine Kordel (unbedingt ein Material verwenden, das nicht einläuft!) längs in die Mitte des Streifen


 und klappe ihn zu. Mit dem Reißverschlussfüßchen steppe ich dicht neben der Kordel den Stoffstreifen aufeinander.




Da Samt stark franst, bzw. krümelt, versäubere ich die offenen Kanten zusammengefasst. Fertig ist meine Paspel!




Auf die Kissenplatte zeichne ich jetzt mit Kreide die genauen Abmessungen meines Kissens




und stecke die Paspel entlang der Linie auf. Die dicke Seite mit der Kordel zeigt nach innen.


Jetzt die Paspel, ebenfall mit dem Reißverschlussfüßchen, möglichst dicht neben der Kordel aufsteppen, an den Ecken etwas abrunden.





Jetzt lege ich die Rückseite rechts auf rechts auf meine Kissenplatte und steppe beide Teile aufeinander. Dabei bleibe ich möglichst in der Naht der aufgenähten Paspel. Erfahrene Schneiderinnen sparen sich das separate Aufnähen der Paspel und fassen Vorder- und Rückseite mit der Paspel in einem Arbeitsschritt zusammen. Für eine gerade, saubere Naht finde ich es einfacher, die Paspel separat aufzunähen, besonders wenn sie sehr dick ist.

Jetzt werden die Nahtzugaben zurückgeschnitten und versäubert, das Kissen gewendet, die Knöpfe angenäht und das Innenkissen eingezogen.
Fertig!












Kommentare:

  1. sieht das hübsch aus- nähen müßte man können!
    Einen schönen 2. Adventssonntag wünscht Dir
    Elma

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  2. Wie schön die Kissen sind. Der Vogelstoff gefällt mir ausnehmend gut. Ich denke aber, das ist noch zu schwierig für mich ;-)

    lg SabineG

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  3. Tolles Kissen, vor allem mit Paspelierung, ist ja mal ganz was anderes...herzlichen Dank!

    Liebe Grüße Klaudia

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